Zwei geometrische Rechenblöcke in dunklem Petrol und Creme mit orangen Akzenten auf hellem Untergrund.
Mit Sol und Luna fächert OpenAI die Modellreihe für unterschiedliche Arbeitslasten auf. Zwei abgestufte Rechenmodule symbolisieren die Balance aus Rechenaufwand und Einsatzbreite.KI-generierte Darstellung · Turing Complete · Gemini

In 30 Sekunden

  • OpenAI erweitert die GPT-6-Familie neben dem Spitzenmodell GPT-6 Astra um GPT-6 Sol für komplexe Workflows und das kostengünstige GPT-6 Luna.
  • Beide Modelle verfügen über 1.050.000 Token Kontext und unterstützen sechs Stufen für den Denkaufwand (reasoning.effort).
  • Die Preisstruktur enthält gestaffelte Caching-Tarife sowie automatische Preisaufschläge bei Prompts über 272.000 Input-Token.

OpenAI hat seine Modellreihe GPT-6 um zwei neue Varianten erweitert: GPT-6 Sol und GPT-6 Luna. Während GPT-6 Astra weiterhin das Flaggschiff des Portfolios bildet, positioniert das Unternehmen GPT-6 Sol als performantes Modell der Mittelklasse für anspruchsvolle Programmier- und Agentenaufgaben. GPT-6 Luna ist als leichtere, kostengünstige Variante für breitere Einsatzszenarien ausgelegt.

Technisch teilen sich beide Neuzugänge dieselben Dimensionen bei der Verarbeitung von Kontext: Sowohl Sol als auch Luna verarbeiten bis zu 1.050.000 Eingabe-Token und liefern bis zu 128.000 Ausgabe-Token. Beide Modelle erlauben über den Parameter reasoning.effort eine granulare Steuerung des Denkaufwands in den Stufen none, low, medium (Standard), high, xhigh und max.

Benchmark-Ergebnisse und Tool-Architektur

Laut Herstellerangaben erreicht GPT-6 Sol auf der höchsten Stufe xhigh im Benchmark AutomationBench 1.0.6 einen Wert von 33,2 Prozent bei Kosten von rund 0,27 US-Dollar pro Aufgabe. Im selben Benchmark kommt Claude Opus 5 auf 26,9 Prozent und Claude Fable 5.1 auf 31,4 Prozent, während das Vorgängermodell GPT-5.6 Sol bei 18,1 Prozent lag. Bei Agents' Last Exam erzielt GPT-6 Sol auf Stufe max 56,4 Prozent gegenüber 53,6 Prozent beim Vorgänger. Im GUI-Benchmark OSWorld 2.0 (Offline) liegt Sol bei 64,4 Prozent, verglichen mit 73,5 Prozent beim Spitzenmodell GPT-6 Astra. In internen Fehlerkorrektur-Datensätzen weist Sol laut OpenAI rund 50 Prozent weniger Fehler auf als GPT-5.6 Sol; die Datengrundlage stützt sich dabei allerdings ausschließlich auf zuvor von Nutzern gemeldete Fehlerfälle.

Das kleinere GPT-6 Luna erzielt im Programmier-Benchmark DeepSWE Version 1.1 auf Stufe max ein Ergebnis von 66,6 Prozent bei Task-Kosten von rund 0,22 US-Dollar. Auf AutomationBench 1.0.6 legt Luna auf Stufe high gegenüber GPT-5.6 Luna um 5,4 Prozentpunkte zu, während die Kosten pro Aufgabe um 58 Prozent sanken.

Entwickler müssen Anpassungen bei der Schnittstellenwahl beachten: Der klassische API-Endpunkt Chat Completions unterstützt Funktionsaufrufe (Function Calling) nur, wenn der Denkaufwand vollständig deaktiviert ist (reasoning_effort: none). Fortgeschrittene Werkzeuge und Agentenfunktionen setzen auf die modernere Responses API.

Differenzierte Tarife und Long-Context-Zuschläge

Die Preisgestaltung unterscheidet sich zwischen den beiden Modellen deutlich. GPT-6 Sol kostet regulär 2,00 US-Dollar pro Million Input-Token und 10,00 US-Dollar pro Million Output-Token. Gecachter Input schlägt mit 0,20 US-Dollar (10 Prozent des Basispreises) zu Buche, während das Schreiben in den Cache (Cache Writes) mit 2,50 US-Dollar pro Million Token berechnet wird. GPT-6 Luna ist mit Standardpreisen von 0,10 US-Dollar pro Million Input- und 0,50 US-Dollar pro Million Output-Token deutlich günstiger; gecachter Input kostet hier 0,01 US-Dollar und Cache Writes 0,125 US-Dollar pro Million Token.

Für beide Modelle greift bei langen Kontexten ein Preissprung: Überschreitet ein Prompt 272.000 Input-Token, verdoppeln sich die Eingabe- und Cache-Preise für die gesamte Anfrage, während die Ausgabepreise um den Faktor 1,5 steigen. Asynchrone Batch- und Flex-Verarbeitungen erhalten einen Rabatt von 50 Prozent auf den Standardtarif, während ein beschleunigter Fast Mode zum doppelten Preis abgerechnet wird. Regionale Verarbeitung erfordert einen Aufschlag von 10 Prozent; die europäische Datenspeicherung (EU Data Residency) setzt zwingend Standard-Processing voraus.

Verfügbarkeit für Endanwender und Cloud-Plattformen

GPT-6 Sol und GPT-6 Luna stehen ab sofort für Abonnenten von ChatGPT Work und Codex in den Plänen Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bereit. Nutzer von kostenlosen Konten und Go-Tarifen erhalten Zugriff auf GPT-6 Luna. Entwickler und Unternehmen können die Modelle neben der OpenAI-eigenen API auch über die Cloud-Plattformen Amazon Bedrock und Microsoft Foundry einbinden.