In 30 Sekunden

  • Google hat Gemini 3.7 Flash sowie kurz darauf Gemini 3.8 Flash und die sicherheitsfokussierte Variante 3.8 Flash Cyber vorgestellt.
  • Die Modelle sind als Standard in die Entwicklerplattform Google Antigravity integriert und nutzen konfigurierbare Denkmodi für komplexe Aufgaben.
  • Bis Ende 2026 gilt ein reduzierter Einführungstarif für die API-Nutzung, bevor ab Januar 2027 die regulären Preise greifen.

Google hat im Spätsommer 2026 mehrere neue Modelle seiner Flash-Reihe vorgestellt. Den Auftakt bildete am 13. August 2026 Gemini 3.7 Flash, das mit einem Kontextfenster von 1 Million Tokens speziell für Softwareentwicklung, Webentwicklung und agentische Arbeitsabläufe konzipiert ist. Am 2. September 2026 folgten mit Gemini 3.8 Flash und Gemini 3.8 Flash Cyber bereits zwei Nachfolgemodelle. Bei Gemini 3.8 Flash Cyber handelt es sich um eine spezialisierte Variante für die automatisierte Erkennung von Schwachstellen sowie das Erstellen von Sicherheits-Patches, deren Zugriff über das Fairwind Program auf autorisierte Sicherheitsakteure beschränkt ist.

Einbindung in Antigravity und Multi-Agenten-Workflows

Beide Modellgenerationen wurden als Standardmodelle in Google Antigravity eingebunden. Antigravity fungiert als Entwicklerplattform, die Entwicklungsumgebungen (IDE), Befehlszeilenwerkzeuge (CLI) und Agenten-Orchestrierung kombiniert. Über das integrierte Multi-Agenten-Framework Teamwork können mehrere Agenten kollaborativ über längere Zeithorizonte hinweg an Aufgaben iterieren.

Google führt dazu interne Fallstudien an: So habe das Teamwork-Framework mit Gemini 3.7 Flash sieben mathematische Probleme gelöst, darunter Knuths Cycles Conjecture, deren Beweis formal im System Lean verifiziert wurde. Zudem berichtet der Hersteller über die Erstellung eines taktgenauen (cycle-accurate) RISC-V-Prozessorsimulators, der das Betriebssystem xv6 mit einer gemeldeten Abweichung von 0,71 Prozent Cycle Alignment Error ausführt. Für diese Versuchsaufbauten liegen bislang keine standardisierten unabhängigen Replikationen durch externe Forschungsgruppen vor. Die Ergebnisse aus solchen Multi-Agenten-Umgebungen hängen stark von der jeweiligen Orchestrierung und der Dauer der Schleifen ab und lassen sich nicht direkt auf standardmäßige, einmalige API-Aufrufe ohne Vorwissen übertragen.

Benchmarks und konfigurierbare Denkmodi

In den von Google veröffentlichten Model Cards werden Leistungssteigerungen von Gemini 3.7 Flash gegenüber dem Vorgänger 3.6 Flash ausgewiesen. Im Programmier-Benchmark DeepSWE v1.1 stieg der Wert von 49,0 auf 65,3 Prozent, im FrontierCode 1.1 Main von 34,4 auf 43,6 Prozent. Bei Dokumententests im Benchmark GDP.pdf verbesserte sich das Modell von 22,0 auf 34,0 Prozent und im Automatisierungstest AutomationBench von 17,0 auf 30,4 Prozent. In der WebDev Arena erreichte Gemini 3.7 Flash einen Elo-Wert von 1588 Punkten gegenüber 1538 Punkten bei der Vorgängerversion.

Technisch bieten Gemini 3.7 Flash und 3.8 Flash konfigurierbare Thinking- bzw. Reasoning-Stufen. Damit lässt sich die Tiefe der Argumentation anpassen, wobei mit zunehmender Rechentiefe auch die Latenz und der Token-Verbrauch ansteigen. Sicherheitsseitig durchlaufen die Modelle Prüfungen nach Googles Frontier-Safety-Assessments hinsichtlich Risiken im Cyberbereich sowie bei chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN).

Weitere Modellneuerungen und Preisstruktur

Parallel zum Ausbau der Kernmodelle stellte Google weitere spezialisierte Werkzeuge vor. Gemini 3.5 Transcribe dient als echtzeitfähiges Sprach-zu-Text-Modell, das Füllwörter automatisch filtert. Für die Bildbearbeitung stehen die Modelle der Reihe Google Pics und Nano Banana bereit (darunter Nano Banana 2, Nano Banana Pro und die Schnittstelle gemini-3.1-flash-image). Diese unterstützen Textbearbeitung direkt im Bild, Kompositionen aus mehreren Vorlagen, SynthID-Wasserzeichen sowie eine direkte Integration in Google Workspace.

Für die Nutzung von Gemini 3.7 Flash und 3.8 Flash über Google AI Studio und die Cloud-Plattform gilt bis zum 31. Dezember 2026 ein Einführungstarif von 0,75 US-Dollar pro 1 Million Eingabe-Tokens und 3,75 US-Dollar pro 1 Million Ausgabe-Tokens. Ab dem 1. Januar 2027 verdoppeln sich diese Standardpreise regulär auf 1,50 US-Dollar für die Eingabe und 7,50 US-Dollar für die Ausgabe pro Million Tokens.